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ADHS IST EINE MÄNNERDIAGNOSE

Frauen sind bei ADHS angeblich oft übersehen und unterdiagnostiziert. Stimmt das?

In der allgemeinen medizinischen Forschung wurden Frauen tatsächlich jahrzehntelang ausgeschlossen, weil ihre Hormonschwankungen und der Schutz des ungeborenen Lebens „störten“. Erst in jüngerer Zeit weiß man, dass die so gefundenen Ergebnisse oftmals nicht einfach auf Frauen übertragbar sind.
 
Auch in der ADHS-Diagnostik und Forschung spielen Frauen oder Mädchen bis heute keine spezifische Rolle. Man hat zwar rasch bemerkt, dass die diagnostische Trias Hyperaktivität, Impulsivität und Aufmerksamkeit bei Mädchen/Frauen viel seltener als bei Jungens/Männern zur ADHS-Diagnose führte, aber die daraus eigentlich einfache Schlussfolgerung, dass die ADHS-Diagnose eine reine Männerdiagnose ist, wollte man nicht ziehen. Das hätte den Pharma-Markt zu stark begrenzt.

Was also tun? Nun, man machte es einfach so wie einst auch bei ADHS und erfand „Symptome“, die angeblich eine ADHS spezifisch bei Mädchen/Frauen kennzeichnen sollen: Verträumtheit („das Träumerle“), Schüchternheit, Aufmerksamkeitsprobleme, Langsamkeit („sluggisch cognitive tempo“ SCD und CDS) und alle möglichen anderen Auffälligkeiten wie Depression, Angst oder Persönlichkeitsstörung als komorbid. Fertig ist die ADHS bei Mädchen/Frauen! (Am Rande sei vermerkt, dass man ein ADHS-spezifisches Aufmerksamkeitsproblem bisher weder bei Männern noch bei Frauen gefunden hat).

Und was passiert wieder mal? Millionen von Frauen (Mädchen wohl viel weniger) finden sich auf einmal in dieser Konstruktion wieder und sind stolz auf „meine ADHS-Diagnose“, die sie so narzisstisch lieben wie ein Kind.

MODEDIAGNOSE ADHS

ULRIKE LEHMKUHL: 90 % DIAGNOSEN FALSCH

Frau Prof. Dr. Ulrike Lehmkuhl, Neurologin, Psychiaterin und Psychologin, stellt fest, dass 90 % der ADHS-Diagnosen falsch sind und sich die Probleme mit anderen Diagnosen besser erklären lassen. Auch der US-amerikanische Psychologe Jerome Kagan schätzt die Rate von Kindern und Jugendlichen, die falsch-positiv mit ADHS diagnostiziert werden, auf 90 %.

Interessant dabei ist, dass die im Vergleich zu Jungen niedrigere Diagnoserate bei Mädchen nicht dadurch zu erklären ist, dass Mädchen die Symptomatik länger kaschieren, sondern vielmehr durch die vielen Fehldiagnosen bei den Jungen. Mädchen sind also nicht unterdiagnostiziert, sondern Jungen überdiagnostiziert.

https://www.adhspedia.de/wiki/Fehldiagnosen

„ADHS“: ES IST IMMER ETWAS ANDERES

Dass die meisten ADHS-Forscher entweder wie mit dem Klammerbeutel gepudert oder mit dem Gummihammer vor den Kopf geschlagen wirken, ist offenkundig. Zu fehlerhaft und wissenschaftlich unhaltbar sind ihre Studienergebnisse. Seit es „ADHS“ gibt wird jahrzehntelang nach den Ursachen im Gehirn gesucht, ohne dass man jemals wirklich fündig geworden wäre. Es gibt nach wie vor keinen einzigen Biomarker für „ADHS“.

Nichtsdestotrotz gibt es wieder zwei Studien, mit denen die Autoren die angeblichen Ursachen von „ADHS“ und „Autismus“ in der Hirnstruktur, in der grauen Substanz zu finden glauben (1;2). Beide Studien stammen von chinesischen Forschern um T. Zhong, einmal geht es um „ADHS“, das andere Mal um „Autismus“. Und in beiden Studien finden sie sowohl bei „ADHS“ als auch bei „Autismus“ jeweils eine dickere und eine dünnere Hirnsubstanz, je nach Subtyp dieser angeblichen Krankheiten.

Wir müssen hier aber gar nicht tiefer auf die Studienergebnisse eingehen, denn es genügt, deren Nutzlosigkeit anhand der fehlerhaften Grundlagen der Studien, hier der „ADHS“-Studie, aufzuzeigen:

1. Die Autoren behaupten, die veränderte Hirnstruktur sei kausal für die „ADHS“-Symptomatik. Das ist aus zwei Gründen falsch: Das gleichzeitige Auftreten von bestimmten Hirnstrukturen mit Verhalten beweist keine Kausalität, die Hirnstruktur kann sich ja auch aufgrund spezifischer Hirnnutzungen (Erfahrungen, Umwelt) herausgebildet haben. Außerdem ist das mit Fragebogen gemessene Verhalten allein generell kein Beweis für das Vorliegen einer spezifischen Hirnkrankheit „ADHS“.

2. Die Behauptung der Autoren, unterschiedliche Hirnstrukturen belegten unterschiedliche Subtypen von „ADHS“, wird nicht belegt, weil nicht überprüft wurde, ob sie nicht bei gleicher Symptomatik für unterschiedliche Krankheiten stehen (fehlende Ausschlussdiagnostik).

3. Die angewendete Methode der fMRT (funktionelle Magnetresonanz-Tomografie) ist fehleranfällig (3), weshalb ihre Verwendung einer Verblindung bedarf, bei der die Auswerter nicht wissen, aus welcher Untersuchungsgruppe eine Messung kommt. Eine solche Verblindung konnten wir dem Studiendesign nicht entnehmen.

Wieder zeigt sich, dass die Forschung zu ADHS auf falschen Grundannahmen beruht. Kein Wunder, dass nichts dabei herauskommt.

1) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41458230/…

2) https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41432740/

3) Hasler, Felix: Neuromythologie. Transcript 2012

DAS MÄRCHEN VOM DOPAMINMANGEL

Einer der ältesten Mythen bei ADHS behauptet, die Krankheit beruhe auf einem angeborenen, genetisch bedingten Dopaminmangel im synaptischen Spalt des menschlichen Gehirns. Obwohl dafür bisher noch nie eine stringente Evidenz gefunden wurde, sind immer noch „Betroffene“, aber auch sog. Fachleute von dieser Erzählung überzeugt. Wir haben wiederholt darüber berichtet. Diese identitätsstiftende Theorie ist offenbar immer noch so unverzichtbar, weil sie die einzige biologische Erklärung für ADHS abgibt, obwohl ansonsten bekannt ist, dass es bei ADHS keinen einzigen biologisch-medizinischen Biomarker gibt.

Norwegische Wissenschaftler um Hayley J. MacDonald haben nun in einer fundierten und sorgfältigen Übersichtsstudie die Forschungsergebnisse der letzten 40 Jahre zu diesem sehr unübersichtlichen Thema gesichtet. „In diesem Artikel geben wir einen kritischen Überblick über die in den letzten über 40 Jahren gesammelten Erkenntnisse zur Rolle der Dopamin-Dysfunktion bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“, schreiben sie.

Um es kurz zu machen: Die Kernaussage ihrer aufwändigen Studie lautet: „Es gibt keine einheitlichen neurophysiologischen Belege für einen Mangel an frontostriatalem Dopamin bei ADHS. Es existieren Hinweise auf eine Abnahme, eine Zunahme und keine Veränderung des extrazellulären Dopaminspiegels bei ADHS im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen.“

Q.e.d.

Der Nächste, der das Gegenteil behauptet, erhält unseren GröWiU (Preis für den größten wissenschaftlichen Unsinn bei ADHS).

https://is.gd/2FaIlF

HALLO WACH! Ritalin wirkt anders als behauptet

„Glaubte man bisher, dass der Einsatz verschreibungspflichtiger Wirkstoffe zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wie Methylphenidat oder Dexamphetamin in erster Linie Aufmerksamkeitsschaltkreise im Gehirn adressieren, zeigte nun eine Studie, dass diese Annahme falsch ist. Vielmehr aktivieren die Stimulanzien bei ADHS-Patienten die Belohnungs- und Wachheitszentren des Gehirns.“ So berichtet die Pharmazeutische Zeitung aktuell.

Wie alle Wachmacher wirken sie natürlich auch bei Normalos, nur ist der Effekt hier nicht so stark wie z. B. bei Menschen, die schlecht schlafen und deshalb oft als „ADHSler“ durchgehen. Kein Wunder, wird Ritalin doch immer schon als Mittel gegen chronisches Müdesein (Narkolepsie) verwendet. Die Forschenden warnen denn auch vor langfristigen Konsequenzen, wenn der Leistungsanstieg trotz unzureichenden Schlafs pharmakologisch »erkauft« wird.

Wie man auch von anderen Drogen wie Kokain, Nikotin oder Koffein immer schon weiß, machen sie wacher und belohnungs-motivierter. Von einer direkten Wirkung auf gestörte Exekutivfunktionen wie der Konzentration, wie bisher als „Therapeutikum“ behauptet, ist also nach der zitierten neuen Studie keine Rede.  Die pharmazeutische „Therapie“ von „ADHS“ muss neu gedacht werden.


DIE JÜNGSTEN HABEN ÖFTER ADHS?

Stephan Schleims Kritik an ADHS

Der stärkste belegte Faktor für das Erhalten einer ADHS-Diagnose eines Kindes ist das Lebensalter bei seiner Einschulung. Der niederländische Psychologieprofessor Stephan Schleim sieht die zunehmende Zahl von Diagnosen sehr kritisch.

„Und es gibt, das muss man klar festhalten, auch das Ziel der Pharmaindustrie, möglichst viele Medikamente zu verkaufen. Allein in Deutschland nehmen inzwischen fünf Millionen Menschen täglich Psychopharmaka gegen Depressionen. Für weitere knapp zwei Millionen gibt es Präparate wie Methylphenidat (bekannt unter dem Markennamen „Ritalin“, Anm. d. Red.) gegen ADHS oder Neuroleptika“, sagt der Professor hier im Interview. Obwohl Psychiater behaupten, ADHS sei eine Hirnfunktionsstörung, habe man diese bisher gar nicht entdeckt. Die viel behauptete Dopaminmangel-Theorie als Ursache sei nicht belegt.

„Viele Kinder benehmen sich nicht wie gewünscht. Gibt man denen ein Mittel wie Methylphenidat, das den Dopaminspiegel erhöht, verhalten sich viele von ihnen „besser“. Manche Fachleute folgern daraus vorschnell, dass Menschen mit einer ADHS-Diagnose unter einer Dopaminstörung leiden würden“, so Schleim weiter. „Wenn Sie in eine Bar gehen, um jemanden kennenzulernen, und nach ein paar Drinks weniger verlegen sind als zuvor, dann heißt das doch nicht, dass Sie sonst an einem Alkoholmangel im Gehirn leiden, der Schüchternheit auslöst.“

Auch die ständige Behauptung, ADHS sei bis zu 80 % genetisch bedingt, könne man sofort wieder vergessen. Die Jüngsten des jeweiligen Jahrgangs erhalten die Diagnose am häufigsten. Nach Schleims Erachten werde hier normale Kindlichkeit pathologisiert, also für krank erklärt – und zwar bei Kindern!

Die mittlerweile bekannten wissenschaftlichen Genstudien mit Hunderttausenden bis Millionen Personen erklärten die Symptome oft nur zu wenigen Prozent. Die neueste Studie zu ADHS zeige zudem, dass sich fast alle der 76 identifizierten Risikogene auch mit vielen anderen Störungsbildern überlappen. Trotz jahrzehntelanger und milliardenteurer Suche ergebe sich immer wieder aufs Neue: Alles sei irgendwie auch genetisch. Doch in der Praxis nütze das so gut wie nichts.

Der logische Fehler bei ADHS sei außerdem: Wenn ein Kind sehr unruhig sei, bekomme es schnell die Diagnose ADHS – und anschließend wird gesagt, weil es ADHS habe, sei es sehr unruhig. Ein Zirkelschluss. Man tue zwar so als ob, erkläre aber nichts.

Wenn man alle diagnostischen ADHS-Kriterien einschließlich der Mischtypen kombiniere, gebe es rechnerisch 116.220 Kombinationen für ADHS, sagt Schleim. Das verdeutliche, wie heterogen die Schwierigkeiten der Betroffenen seien – und wie schwammig die ADHS-Diagnose.

https://tinyurl.com/24jd3nhw

DUNKELZIFFER ADHS

Immer mehr Erwachsene holen sich die Diagnose ADHS, die Zahl ist in den letzten Jahren um ca. 300 Prozent angestiegen. Das alarmiert die Fachwelt und die Presse und verlangt nach Erklärungen.

Die unverschämteste dieser Erklärungen, vorgebracht von vielen selbsternannten „ADHS-Fachleuten“, behauptet, es werde hier nur eine Dunkelziffer von ADHS-Betroffenen ansatzweise aufgedeckt, die in der Vergangenheit verborgen geblieben sei. Die wahre Zahl von Betroffenen sei also noch viel höher als die gegenwärtige.

Diese unbelegte Behauptung lohnt sich für viele: Vor allem für die Pharmaindustrie, viele Psychiater, Wissenschaftler, Ärzte, Influencer, Coaches, die Medien, ADHS-Deutschland und nicht zuletzt den Psychiater Martin Winkler.

Aber ob Hell- oder Dunkelziffer: Bei ADHS kann niemand die tatsächliche Prävalenz wissen, weil es keine objektiven Biomarker gibt und die Symptomatik dermaßen unspezifisch ist, dass sie sich mit vielen anderen Störungen überlappt und für viele andere Störungen/Krankheiten stehen kann. Eine solch ungenau definierte Krankheit, die noch dazu ein Alltagsdoping wie „Ritalin“ als „Therapie“ ermöglicht, bietet sich geradezu an, allerlei seelische Malaisen mittels des Labels „ADHS“ zu verkaufen. ADHS als boomendes Geschäft.

In Wahrheit steigt also nicht die Zahl von ADHS-Betroffenen, sondern die Zahl von Menschen, die ihre vielfältigen Probleme und Störungen mit dem Stempel „ADHS“ absegnen lassen.

RITALIN WIRKT IMMER

Wir haben immer wieder betont, dass Ritalin etc. bei allen Menschen wirkt, unabhängig vom Vorliegen einer ADHS. Die klinische Erfahrung zeigt, dass dieser Fakt immer wieder fälschlich dazu benutzt wird, eine ADHS-Diagnose zu bestätigen („ex juvantibus“). Und ebendies ist ein Faktor, der zur zunehmenden ADHS-Diagnostik beiträgt, aber gegenwärtig völlig ignoriert wird. Viele Menschen fühlen sich wegen der Ritalinwirkung in ihrem Irrglauben bestätigt, an ADHS zu leiden.

Darauf weist nun auch Michael Berk, renommierter Professor und u.a. Lehrstuhlinhaber des Alfred-Deakin-Instituts, hin und betont, dass die wahrgenommene Wirksamkeit der Behandlung die Diagnose und somit auch die diagnostischen- und Verschreibungsgewohnheiten beeinflusse. ADHS sei in der Medizin wohl einzigartig: Während Lithium bei einer Bipolaren Störung, Antidepressiva bei Depression und Antipsychotika bei Schizophrenie ganz spezifisch wirken (also bei Nichtbetroffenen nicht wirken), sei bei Ritalin etc. nachgewiesen, dass Stimulanzien auch bei fehlender ADHS wirken.

„Da die meisten Menschen, denen Stimulanzien verschrieben werden, allgemein als vorteilhaft geltende Effekte in Bereichen wie anhaltende Aufmerksamkeit, Wachheit, Stimmung, Energie und Konzentration wahrnehmen – ungeachtet möglicher Nebenwirkungen –, überschneiden sich die pharmakologischen Wirkungen von Stimulanzienbehandlungen zwar mit der Diagnose, sind aber unabhängig von ihr und zeigen sich im gesamten Spektrum, von klinisch manifesten Beschwerden bis hin zu unbestreitbar gesunden Personen.“

Darin liegt ein ignorierter Hauptgrund für die massenhaften ADHS-Diagnosen.

https://is.gd/J68NzR

https://is.gd/AM2ixR

NEIN! ADHS IST NICHT GENETISCH BEDINGT

Nach wie vor wird behauptet, ADHS sei überwiegend genetisch bedingt. Nicht nur „Betroffene“, auch Mediziner und Hochschulprofessoren glauben unbeirrt daran. So verkündigt die Bonner Universitätsprofessorin Alexandra Philipsen, Mitglied des Beirats von ADHS-Deutschland e.V.: „ADHS hat eine starke genetische Disposition, die Vererbbarkeit liegt bei etwa 70 bis 80 Prozent“ (1). Auch der Würzburger Professor Marcel Romanos, Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Uniklinikum Würzburg, sagt, ADHS sei zu 70 – 80 % vererbt (2). Prof. Dr. Schleim von der Universität Groningen sagt dazu: „Diese Antwort ist auf so viele Weisen falsch, dass man sich wünschen würde, sie käme nicht von einem Medizinprofessor“ (3).

In Wahrheit hat man bis heute keine für ADHS spezifischen Gene gefunden, auch sonst keinen einzigen spezifischen biologischen Marker. Bereits vor Jahren hat der amerikanische Forscher Jay Joseph gefunden, dass die Verhaltensgenetik bei ADHS keine Aussage über Genetik versus Umwelt zulässt. Alle Beobachtungen lassen sich auch vollständig durch nicht-genetische Einflüsse erklären (4).

Unspezifische genetische Beteiligungen an ADHS-Verhalten, die man mittels molekulargenetischer Methoden gefunden hat, zeigen nur sehr geringe Effektgrößen. Die Effektgröße einer Variable sagt etwas über die praktische Relevanz eines Ergebnisses aus. Zum Beispiel hat Rauchen eine Effektgröße von 15, d.h. Raucher haben ein 15fach erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken, als Nichtraucher. Ein solcher Wert gilt in der Forschung als stark. Der  Wert für den Effekt eines bestimmten Gens für Alzheimer ist 5, was als mäßig gilt. Und welche Werte hat man nun für Gene gefunden, die im Zusammenhang mit ADHS stehen sollen?

Hier liegen die Effektgrößen zwischen 1,13 bis 1,45, also in einem so schwachen Bereich, dass sie für einen klinischen Nutzen irrelevant sind. Keineswegs taugen solche Werte als Beleg für die Behauptung, ADHS sei genetisch bedingt, zumal die betreffenden Gene nicht spezifisch sind, sondern sich bei vielen anderen psychiatrischen Störungen überlappen (5).  

Prof. Dr. Stephan Schleim: „Inzwischen (werden) die Daten zehntausender Menschen untersucht. Dabei kommen immer mehr Gene mit kleinen Effektgrößen heraus. Diese werden bei größeren Stichproben nämlich statistisch signifikant. Wären die Effekte größer, hätte man sie auch mit kleineren Gruppen schon entdeckt. Fürs reine Publizieren ist das eine erfolgreiche Strategie. Patientinnen und Patienten werden davon aber wahrscheinlich nie etwas haben“ (5). .


ADHS-JUNKFORSCHUNG OHNE ENDE

𝗔𝗗𝗛𝗦 𝗨𝗡𝗗 𝗗𝗜𝗘 𝗭𝗘𝗕𝗥𝗔𝗦𝗧𝗥𝗘𝗜𝗙𝗘𝗡

Viele Studien zu ADHS sind wissenschaftlicher Schrott. Ein neues Beispiel liefern Vergeld und Beimel vom Bonifatius Hospital Lingen bzw. der Apollon Hochschule Bremen mit ihrer Literaturstudie „Erhöhte ADHS-Rate bei Menschen mit Fibromyalgie.“ Dieser Unsinn wurde kürzlich sogar auf einem Schmerzkongress vorgestellt.

Sie finden bei einer Literaturrecherche, dass die ADHS-Rate bei Menschen mit Fibromyalgie bis zu 44,7 % erhöht sei. Dabei haben sie einfach nachgeschaut, wie häufig „ADHS-Symptome“ gleichzeitig mit Fibromyalgie genannt wurden und schließen daraus, dass ADHS bei Fibromyalgie häufig als Komorbidität vorkommt.

Dass bei einer Fibromyalgie von Hause aus u. a. Konzentrationsstörungen und innere Unruhe typische Krankheitszeichen sind und ihr Vorkommen keineswegs eine komorbide ADHS kennzeichnet, juckt diese „Forscher“ in keinster Weise. Sie lassen einfach außer acht, dass „ADHS-Symptome“ völlig unspezifisch sind und, wie hier, für eine Fibromyalgie stehen, und nicht für eine ADHS.

Zebrastreifen kommen eben nicht nur bei Zebras vor, sondern auch auf Autostraßen. Vergeld und Beimel wollen uns nun aber einreden, dass auf unseren Autostraßen viele Zebras herumlaufen.

https://www.aerzteblatt.de/…/erhohte-adhs-rate-bei…

ADHS-KRITIK: Hier wird ADHS gegen den Mainstream gebürstet

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