WIE KÖNNEN ELTERN „ADHS“ VERMEIDEN? INDEM SIE SIE NICHT DIAGNOSTIZIEREN LASSEN!

Von Hans-Reinhard Schmidt

Den Titel des Buches „Wie kann man ADHS vorbeugen? Indem man sie nicht diagnostiziert“ von Dr. Laura Batstra, assoziierte Professorin für Heilpädagogik an der Universität Groningen in den Niederlanden, haben wir in unserer Überschrift zu diesem Beitrag etwas abgewandelt, um Eltern eine Hilfestellung zu geben, wenn sie „ADHS“ vermeiden wollen.

„ADHD does not exist“ (deutsch: „Die ADHS-Lüge“) – so heißt ein anderes Buch des amerikanischen Neurologen Dr. Richard Saul. Die Diagnosekriterien für ADHS sind nach seiner (und unserer) Überzeugung nur eine willkürliche Sammlung von Symptomen, die ganz unterschiedliche, meistens psychosoziale Ursachen haben. Wenn Eltern demnach die stigmatisierende, wissenschaftlich unhaltbare medizinische Diagnose einer angeblich genetisch bedingten Hirnfunktionsstörung bei ihrem Kind vermeiden möchten, sollten sie sich auf die Suche nach solchen psychosozialen Ursachen machen.Kaum fündig werden sie dabei aber in Einrichtungen und bei Fachleuten, die sich auf „ADHS“ spezialisiert haben, wie ADHS-Ambulanzen in Kliniken oder bei niedergelassenen Ärzten/Psychologen. Diese Fachangebote halten „ADHS“ sehr oft für eine körperliche Hirnfunktionsstörung, bei der psychosoziale Ursachen nachrangig oder angeblich nicht ursächlich, sondern nur die Folge von „ADHS“ sind.

Wir empfehlen Eltern deshalb die ca. 1000 deutschen Familien- und Erziehungsberatungsstellen, in denen Psychologen, Kindertherapeuten, Sozialpädagogen und –arbeiter und Ärzte im Team zusammenarbeiten und fast nie auf „ADHS“ fixiert sind. Hier wird in der Regel systemisch-familientherapeutisch in fallbezogener Zusammenarbeit auch mit dem Arzt und dem Lehrer oder dem Jugendamt etc. zusammengearbeitet. Meist sind die Hilfsangebote kostenlos, Wartezeiten sind gering, es herrscht gesetzliche Schweigepflicht.

Auf der Webseite des Dachverbands der Beratungsstellen BKE kann man sich seine nächstgelegene Stelle problemlos heraussuchen. Noch ein Tipp: Wenn Eltern sich unter Druck fühlen (z.B. vom Lehrer oder dem Jugendamt), „ADHS“ diagnostizieren und behandeln zu lassen, sollten sie sich ihre Therapie von der Erziehungsberatungsstelle schriftlich bestätigen lassen und diesen Beleg vorlegen. Der Druck hört dann auf. Und noch etwas: Natürlich kann die Erziehungsberatungsstelle nur dann helfen, wenn sich die Eltern psychotherapeutisch dort auch wirklich einlassen.

https://bke.de/?SID=014-71C-B4D-3A3

Autor: adhskritik

Hans-Reinhard Schmidt, Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Gutachter, Buchautor, Supervisor, Dozent.