MIT RITALIN DURCH DICK UND DÜNN

Zu den Hauptnebenwirkungen der bei „ADHS“ verschriebenen Psychopharmaka wie Ritalin oder Adderall zählen bekanntlich Appetitmangel und Untergewicht bei Wachstumsverzögerung der betroffenen Kinder. Eine Studie von Brian Schwartz u. a. hatte aber bereits 2014 bei unter Psychostimulanzien stehenden Jugendlichen anschließend einen starken Anstieg ihres Body-Mass-Index (BMI) festgestellt, bis hin zu Übergewicht und Fettsucht. Jugendliche ohne Medikamente zeigten diesen rapiden Anstieg nicht.

Die Autoren hatten die Gesundheitsdaten von über 160 000 Kindern bis ins Jugendlichenalter ausgewertet und sprachen von einem „plötzlichen BMI-Rebound“. In dieser Studie wurden allerdings Fehlerquellen -wie veränderte Essgewohnheiten- nicht kontrolliert, so dass die Veränderungen auch andere Ursachen als die Psychopharmaka haben konnten.

April Bowling u. a. haben nun in einer aktuellen Studie diese Fehlerquellen ausklammern können. Die Forscher fanden bei ca. 11jährigen ADHS-Kindern, die Psychostimulanzien nahmen, einen deutlich niedrigeren BMI-Index verglichen mit nicht-medikamentierten ADHS-Kindern sowie Kindern ohne ADHS-Diagnose. Und nur bei den ca. 14jährigen medikamentierten ADHS-Kindern zeigte sich dann später wieder der auch von Schwartz u. a. bekannte rapide BMI-Anstieg, bei den nicht-medikamentierten ADHS-Kindern sowie den Kindern ohne ADHS-Diagnose aber nicht.

Leider kann die Studie keine Aussage darüber machen, ob der Anstieg später bis zur Fettsucht führen kann. Ungesunde Essgewohnheiten waren übrigens unter ADHSlern stärker verbreitet, aber, wie erwähnt, nur bei den medikamentierten zeigte sich im späteren Jugendlichenalter der beschriebene starke BMI-Index-Anstieg.

Ritalin macht also erst zu dünn und dann (zu) dick. Ist es das wert? https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28834373

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