ADHS IST EINE MÄNNERDIAGNOSE

Frauen sind bei ADHS angeblich oft übersehen und unterdiagnostiziert. Stimmt das?

In der allgemeinen medizinischen Forschung wurden Frauen tatsächlich jahrzehntelang ausgeschlossen, weil ihre Hormonschwankungen und der Schutz des ungeborenen Lebens „störten“. Erst in jüngerer Zeit weiß man, dass die so gefundenen Ergebnisse oftmals nicht einfach auf Frauen übertragbar sind.
 
Auch in der ADHS-Diagnostik und Forschung spielen Frauen oder Mädchen bis heute keine spezifische Rolle. Man hat zwar rasch bemerkt, dass die diagnostische Trias Hyperaktivität, Impulsivität und Aufmerksamkeit bei Mädchen/Frauen viel seltener als bei Jungens/Männern zur ADHS-Diagnose führte, aber die daraus eigentlich einfache Schlussfolgerung, dass die ADHS-Diagnose eine reine Männerdiagnose ist, wollte man nicht ziehen. Das hätte den Pharma-Markt zu stark begrenzt.

Was also tun? Nun, man machte es einfach so wie einst auch bei ADHS und erfand „Symptome“, die angeblich eine ADHS spezifisch bei Mädchen/Frauen kennzeichnen sollen: Verträumtheit („das Träumerle“), Schüchternheit, Aufmerksamkeitsprobleme, Langsamkeit („sluggisch cognitive tempo“ SCD und CDS) und alle möglichen anderen Auffälligkeiten wie Depression, Angst oder Persönlichkeitsstörung als komorbid. Fertig ist die ADHS bei Mädchen/Frauen! (Am Rande sei vermerkt, dass man ein ADHS-spezifisches Aufmerksamkeitsproblem bisher weder bei Männern noch bei Frauen gefunden hat).

Und was passiert wieder mal? Millionen von Frauen (Mädchen wohl viel weniger) finden sich auf einmal in dieser Konstruktion wieder und sind stolz auf „meine ADHS-Diagnose“, die sie so narzisstisch lieben wie ein Kind.


Entdecke mehr von ADHS-KRITIK: Hier wird ADHS gegen den Mainstream gebürstet

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Autor: adhskritik

Hans-Reinhard Schmidt, Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Gutachter, Buchautor, Supervisor, Dozent.

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