WARUM ES ADHS NICHT GIBT

Damit es gleich klar ist: Hyperaktivität, Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörungen gibt es selbstverständlich. Aber dass diese angebliche symptomatische Dreieinigkeit wirklich eine spezifische medizinische Krankheit bildet, ist nicht glaubwürdig, es handelt sich vielmehr um eine ausgedachte, „fabrizierte Krankheit“ (L. Eisenberg, J. Kagan, Armstrong, Batstra, etc.).

Fieber ist ein ebenso unspezifisches Symptom wie die Kernsymptome von ADHS. Stellen Sie sich vor, jemand würde Fieber als eigenständige spezifische Krankheit behaupten, bei der man dann gar nicht mehr nachsehen müsste, welche wirkliche Krankheit kausal dahinter steht: Dann erahnen Sie, was bei der Diagnose ADHS meistens passiert: kaum jemand interessiert sich dafür, wofür die Symptome stehen, sie sind ja angeblich selber die Krankheit, bei der man mit dem Denken aufhören darf.

Dabei gibt es eine Menge von Krankheiten bzw. Störungen, die dieselben Symptome wie ADHS machen können und eigentlich ausgeschlossen werden müssen, damit ADHS diagnostiziert werden dürfte, z.B.:

Über- beziehungsweise Unterforderung bei Minderbegabung und Hochbegabung;
Nebenwirkungen bestimmter Medikamente (zum Beispiel Antikonvulsiva);
Fehlfunktionen der Schilddrüse;
Seh- und Hörstörungen;
Psychiatrische Krankheitsbilder wie Angststörungen, Zwangsstörungen, Tic-Störungen, Depressionen, Psychosen, Borderline-Störungen;
Entwicklungsstörungen wie Autismus, Lese- und Rechenstörungen;
Schlafapnoe;
Schädigung durch Alkoholkonsum in der Schwangerschaft (Fetales Alkoholsyndrom);
Medikamentöse Schädigungen in der Schwangerschaft, z. B. Paracetamol;
Stress und Trauma in der Schwangerschaft.

Eine detaillierte Aufstellung stammt vom Viersener Psychiater Spitzok von Brisinski:

Autistische Störungen – Hospitalismus – Bindungsstörung – Reaktionen auf schwere Belastungen – Anpassungsstörungen – Schlafstörungen – stereotype Bewegungsstörung – Störungen des Sozialverhaltens – auf den familiären Rahmen beschränkte Störung des Sozialverhaltens – Störung des Sozialverhaltens bei fehlenden sozialen Bindungen – Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen – Störung des Sozialverhaltens mit oppositionellem, aufsässigen Verhalten – Angststörungen – Depression – Ticstörungen – Substanzabusus (Alkohol, Drogen, Koffein, Medikamente) – hebephrene Schizophrenie – Manie – emotional instabile Persönlichkeitsstörung – Borderline-Persönlichkeitsstörung – Anorexia nervosa Leserechtschreibstörung/Legasthenie – Rechenstörung – Zentrale Hörstörung/auditive Wahrnehmungsstörung – Störung der visuellen Wahrnehmung – kombinierte Störung schulischer Fertigkeiten – Hochbegabung – Lernbehinderung – Geistige Behinderung – Frühkindliche Hirnschädigungen – Leichte kognitive Störung vor, während oder nach einer Vielzahl zerebraler und systemischer Infektionen und körperlicher Erkrankungen (einschließlich HIV) – Chorea minor (Sydenham) – Enzephalitis (akut oder subakut, z. B. subakute sklerosierende Panenzephalitis) -Enzephalomyelitis disseminata (Multiple Sklerose ) – Organische Persönlichkeitsstörung nach lokaler Hirnschädigung – Postenzephalitisches Syndrom – Organisches Psychosyndrom nach Schädel-Hirn-Trauma – Sehstörungen – Hörstörungen – Allergien (z. B. Neurodermitis) – Epilepsie (Absencen, komplex-partielle Anfälle) – Hyperthyreose – andere Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, Phenylketonurie, usw.) – Chromosomale Störungen wie z.B. Fragiles X-Syndrom, Klinefelter-Syndrom, usw.) – neurotoxische Substanzen, z. B. Bleiintoxikation Zink-, Eisen-, Magnesium- oder Vitaminmangel – Medikamentöse Nebenwirkungen (z. B. Phenobarbital, Carbamazepin, Fluoxetin, andere antriebssteigernde Antidepressiva) – Ehekonflikt der Eltern – Krankheitsfall in der Familie – Alkoholproblem oder andere psychische Störung eines oder beider Elternteile – Misshandlung – sexueller Missbrauch – Beziehungsprobleme zu Erziehern/Lehrern und/oder Gleichaltrigen (entlehnt von Spitczok von Brisinski 2002).

Wie gesagt, all dies kann dieselbe Symptomatik wie „ADHS“ machen. Und da es für „ADHS“ ansonsten keinerlei biologisch-medizinischen Marker gibt, mit dessen Hilfe man ADHS von all dem unterscheiden könnte, bleibt nur die Ausschlussdiagnose.

Wir haben in vielen Jahren noch nie einen Fall von angeblicher ADHS gesehen, bei dem all dies ausgeschlossen wurde. Meist wurde fast alles, vor allem psychosoziale Ursachen übersehen. Oder die Symptomatik hatte gar keinen Krankheitswert, sondern war Ausdruck des natürlichen Temperaments. Daraus schließen wir:

ADHS gibt es gar nicht. Es ist immer etwas Anderes.

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