Einer der ältesten Mythen bei ADHS behauptet, die Krankheit beruhe auf einem angeborenen, genetisch bedingten Dopaminmangel im synaptischen Spalt des menschlichen Gehirns. Obwohl dafür bisher noch nie eine stringente Evidenz gefunden wurde, sind immer noch „Betroffene“, aber auch sog. Fachleute von dieser Erzählung überzeugt. Wir haben wiederholt darüber berichtet. Diese identitätsstiftende Theorie ist offenbar immer noch so unverzichtbar, weil sie die einzige biologische Erklärung für ADHS abgibt, obwohl ansonsten bekannt ist, dass es bei ADHS keinen einzigen biologisch-medizinischen Biomarker gibt.
Norwegische Wissenschaftler um Hayley J. MacDonald haben nun in einer fundierten und sorgfältigen Übersichtsstudie die Forschungsergebnisse der letzten 40 Jahre zu diesem sehr unübersichtlichen Thema gesichtet. „In diesem Artikel geben wir einen kritischen Überblick über die in den letzten über 40 Jahren gesammelten Erkenntnisse zur Rolle der Dopamin-Dysfunktion bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)“, schreiben sie.
Um es kurz zu machen: Die Kernaussage ihrer aufwändigen Studie lautet: „Es gibt keine einheitlichen neurophysiologischen Belege für einen Mangel an frontostriatalem Dopamin bei ADHS. Es existieren Hinweise auf eine Abnahme, eine Zunahme und keine Veränderung des extrazellulären Dopaminspiegels bei ADHS im Vergleich zu gesunden Kontrollpersonen.“
Q.e.d.
Der Nächste, der das Gegenteil behauptet, erhält unseren GröWiU (Preis für den größten wissenschaftlichen Unsinn bei ADHS).
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