HALLO WACH! Ritalin wirkt anders als behauptet

„Glaubte man bisher, dass der Einsatz verschreibungspflichtiger Wirkstoffe zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wie Methylphenidat oder Dexamphetamin in erster Linie Aufmerksamkeitsschaltkreise im Gehirn adressieren, zeigte nun eine Studie, dass diese Annahme falsch ist. Vielmehr aktivieren die Stimulanzien bei ADHS-Patienten die Belohnungs- und Wachheitszentren des Gehirns.“ So berichtet die Pharmazeutische Zeitung aktuell.

Wie alle Wachmacher wirken sie natürlich auch bei Normalos, nur ist der Effekt hier nicht so stark wie z. B. bei Menschen, die schlecht schlafen und deshalb oft als „ADHSler“ durchgehen. Kein Wunder, wird Ritalin doch immer schon als Mittel gegen chronisches Müdesein (Narkolepsie) verwendet. Die Forschenden warnen denn auch vor langfristigen Konsequenzen, wenn der Leistungsanstieg trotz unzureichenden Schlafs pharmakologisch »erkauft« wird.

Wie man auch von anderen Drogen wie Kokain, Nikotin oder Koffein immer schon weiß, machen sie wacher und belohnungs-motivierter. Von einer direkten Wirkung auf gestörte Exekutivfunktionen wie der Konzentration, wie bisher als „Therapeutikum“ behauptet, ist also nach der zitierten neuen Studie keine Rede.  Die pharmazeutische „Therapie“ von „ADHS“ muss neu gedacht werden.



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Autor: adhskritik

Hans-Reinhard Schmidt, Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Gutachter, Buchautor, Supervisor, Dozent.