Im New York Times Magazine erschien kürzlich ein aufsehenerregender Beitrag mit der Überschrift (deutsch von uns):
𝗟𝗜𝗘𝗚𝗘𝗡 𝗪𝗜𝗥 𝗔𝗟𝗟𝗘 𝗕𝗘𝗜 𝗔𝗗𝗛𝗦 𝗦𝗘𝗜𝗧 𝗟𝗔𝗡𝗚𝗘𝗠 𝗙𝗔𝗟𝗦𝗖𝗛?
Der sehr erfreuliche Artikel von Paul Tough, einem renommierten Wissenschaftsautor von Erziehungsthemen und kindlicher Entwicklung, fasst alles zusammen, was Café Holunder seit über 20 Jahren kritisch zum Konstrukt ADHS betont. So resümiert er, dass es kein eindeutiges geschlossenes Störungskonzept der ADHS gibt, keine klaren Belege ihrer genetischen Verursachung sowie keinen langfristigen Erfolg therapeutischer Interventionen, stattdessen aber überholte Diagnosekriterien und Behandlungskonzepte einschließlich der Medikation. Zusammenfassend stellt der Autor fest:
1. ADHS ist kaum zu definieren, jüngere Forschung hat dies noch schwieriger gemacht, nicht leichter.
2. Medikamente wie Adderall und Ritalin können sich positiv auf das Verhalten von Kindern auswirken, aber ohne einen Dauererfolg.
3. Die Medikation kann das Verhalten von Schülern verbessern, aber nicht ihren Lernerfolg.
4. Es gibt keine klare Unterscheidung zwischen Menschen mit oder ohne ADHS.
5. Eine Verbesserung der Umwelt eines Kindes verbessert seine Symptomatik.
Unser Fazit: ADHS ist ein unspezifisches Konstrukt ohne körperliche (genetische) Ursache. Eine klare Unterscheidung zwischen Menschen mit und ohne ADHS ist unmöglich, kein Wunder also, dass das Konstrukt derzeit dermaßen inflationiert. Die Medikation diszipliniert lediglich unerwünschtes Verhalten ohne „Heilungserfolg“. Psychotherapie (bei Kindern vor allem Familientherapie) und Psychoedukation können dauerhaft heilen.
Alles in allem für uns nichts Neues, aber es ist sehr zu begrüßen, dass eine große amerikanische Zeitung mit weltweiter Rezeption dies veröffentlicht. Ein Wendepunkt?
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