Frau Prof. Dr. Alexandra Philipsen ist stellv. ärztliche Direktorin am Universitätsklinikum Bonn, daneben noch Beiratsmitglied im Verein ADHS Deutschland, einem Verbund von Elterngruppen zum Thema ADHS. Das Pharmaunternehmen MEDICE, Hersteller der ADHS-Medikamente Attentin und Medikinet, gehört seit Jahren zu den (Förder-)Mitgliedern dieses Vereins. Was Philipsen hin und wieder zu ADHS öffentlich vertritt, ist erstaunlich. In einem kürzlichen Beitrag liest man auf der Webseite Telepolis einige Aussagen, die wir hier kurz kritisch hinterfragen wollen:
Behauptung: „ADHS ist keine Laune, sondern es gibt neurobiologische Auffälligkeiten im Gehirn der Betroffenen“.
Wahrheit: Es gibt keinerlei ADHS-spezifische neurobiologische Besonderheiten oder Biomarker im Gehirn der Betroffenen, die kausal wären. Die Ätiologie von ADHS ist unbekannt.
Behauptung: „Ein Dopamin-Mangel im „synaptischen Spalt“ behindert die Informationsweiterleitung zwischen den Nervenzellen“.
Wahrheit: Diese ADHS-Theorie ist nicht bestätigt und kann als überholt gelten. Die Ätiologie von ADHS ist unbekannt.
Behauptung: „ADHS ist laut Philipsen stark genetisch beeinflusst, wobei nicht ein Gen, sondern Tausende (!) Risikogene zusammenspielen.“
Wahrheit: Nachdem man nie „das“ ADHS-Gen und auch keine spezifische Gen-Kombination gefunden hat, sind die tausenden Risikogene gar keine Risiko- sondern ganz normale Gene, die auch nicht spezifisch oder kausal, sondern multipräsent und nur mit winzigen Effekten in unbekannter Weise beteiligt sind. Die Ätiologie von ADHS ist unbekannt.
Behauptung: „Komorbiditäten, also Begleiterkrankungen, seien bei ADHS nicht selten.“
Wahrheit: ADHS-Symptome sind unspezifisch und treten bei vielen unterschiedlichen Störungen auf. „Begleiterkrankungen“ sind also in Wahrheit unterschiedliche Störungen und keine Folgen von ADHS, sondern eigene Entitäten. Allein mittels einer Symptomatik lässt sich ADHS deshalb nicht diagnostizieren. Da es aber keine spezifischen Biomarker gibt, lässt sich ADHS eigentlich nur durch konsequenten Ausschluss aller anderen symptomgleichen Störungen diagnostizieren. Also praktisch gar nicht.
https://www.telepolis.de/…/Keine-Kinderkrankheit-Was…
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