BITTERE PILLEN

Kennen Sie das dicke Buch „Bittere Pillen“ von Langbein, Martin und Weiss? „Die Bibel zur Verhinderung von Arzneimittelmissbrauch für Laien – ein Meisterwerk im Bereich der allgemein verständlichen Darstellung“ schreibt DER SPIEGEL. Oder: „Ein unverzichtbares Nachschlagewerk für den kritischen Verbraucher“ sagt die Badische Zeitung. Dieser mehr als 1000 Seite starke Wälzer mit kritischer Beurteilung von über 4600 Medikamenten erscheint seit 1983 alle 3 Jahre in wissenschaftlich aktualisierter Überarbeitung.

Uns interessiert natürlich, was man dort über „Ritalin“ schreibt: „Eine Verwendung ist nur nach einer gründlichen körperlichen, neurologischen und psychologischen Untersuchung sinnvoll – in Zusammenarbeit mit Eltern und Schule… Eine im Jahr 2007 veröffentlichte US-Studie kam zu dem Ergebnis, dass solche Mittel über einen Zeitraum von 3 Jahren keinen Nutzen bringen und das Verhalten der Kinder nicht verbessern“ (Bittere Pillen 2017, S. 108).

Neben der Aufzählung vieler Nebenwirkungen von Nervosität, erhöhtem Suizidrisiko, bei Erwachsenen Sucht, über Appetitverlust bis Wachstumshemmung wird von einer unkontrollierten Langzeitbehandlung abgeraten, auch die Kurzzeitbehandlung bei kindlichen Verhaltensstörungen wie ADHS sei umstritten…eine gleichzeitige psychotherapeutische Begleitung sei unverzichtbar (Bittere Pillen 2017, S.113).

Was den letzten Punkt betrifft, ist es im gegenwärtigen Alltag genau umgekehrt: „Ritalin“ vermeidet in der Regel eine gleichzeitige Psychotherapie. Psychotherapie würde den Pillenumsatz stark reduzieren, und das will BigPharma natürlich gar nicht.

Quelle:
Langbein/Martin/Weiss: Bittere Pillen. Kiepenheuer&Witsch 2014.


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Autor: adhskritik

Hans-Reinhard Schmidt, Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Gutachter, Buchautor, Supervisor, Dozent.