ADHS UND DER BARTWUCHS BEI NACKTSCHNECKEN

Das Institut für Sinnfreie Forschung in Darmstadt (IFS) hat den Bartwuchs bei Nacktschnecken erforscht und schreibt in einer Kurzfassung der Ergebnisse: „Bei 1123 untersuchten Exemplaren in ganz Europa (England, Schottland, Sibirien, Italien, Frankreich, Ungarn, Deutschland) wurde bei keiner der Nacktschnecken Bartwuchs bzw. eine ähnliche Ausbildung von Hornpartikeln gefunden. Wir neigen zu dem Postulat, dass Nacktschnecken (entgegen unseren Erwartungen) gar keinen Bartwuchs haben. Die praktischen, theoretischen und genetischen Erkenntnisse dieser Arbeit werden zur Zeit gegen den Widerstand einiger großen Firmen der Rasiererindustrie ausgewertet und zur praktischen Anwendung vorbereitet. Die ausführliche Arbeit (560 Seiten) kann bei Bedarf angefordert werden.“

Ähnlich sinnfreie Studien empfiehlt auch immer wieder der sog. ADHS-Selbsthilfeverein ADHS-Deutschland (mit unerwähnten Pharma-Interessenkonflikten im Vorstand). So bittet er dieser Tage um das Ausfüllen eines Fragebogens mit Fragen wie „Wenn Sie geboren sind, wann?“, oder: „Wie alt sind Sie: Ja – Nein“. Dass solche Online-Datenerhebungen ohnedies methodisch völlig unzureichend sind, bleibt unbeachtet. Wer interessiert sich auch schon für das Ergebnis? Hauptsache, die Autorin bekommt Ihren Master.

Fast 90 % der Studien zu ADHS landen sowieso in der Mülltonne des Vergessens, schätzen wir. Sie sollen eh nur die Liste der Veröffentlichungen oder den Pharma-Geldbeutel ihrer Autoren füllen. Dieses gnädige Schicksal wird auch die Studie deutscher Forscher um N. Wolff ereilen, die aktuell den fundamentalen Zusammenhang zwischen dem Gummibärchenkonsum von Kindern und ADHS ausleuchten. Sie finden zwar keine Erklärung, vermuten aber, dass ADHS einen erhöhten Energiebedarf bedingen könnte oder das Belohnungssystem des Gehirns nach Gummibärchen schreit. Die neue DKA-Studie zum Zusammenhang von Bildungsniveau und Krankheit liefert allerdings eine bessere Erklärung: Ein schlechteres Bildungsniveau und ein niedriger sozioökonomischer Status der Eltern erhöhen die Wahrscheinlichkeit für eine ADHS-Diagnose um 44 %. Schlechte Ernährung und höherer Zuckerkonsum gehen damit einher. Darauf konnten die Forscher natürlich nicht so schnell kommen.

http://www.ifs-darmstadt.de/ https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/97465/Kinder-mit-niedrigem-soziooekonomischen-Hintergrund-sind-haeufiger-krank https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30132726

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